Linguistische Eigenheiten und die verschiedenen Sprachen Dasroas, 3. Edition

Verfasst von Ferdinand von Schuh, Halblingsfürst und Sprachwissenschaftler, Weinland, 2201

Vorwort

Die Sprachvielfalt Dasroas ist gross. Es wird geschätzt, dass die Kontinente über 39 Sprachen mit je durchschnittlich fünf Dialekten verfügen. Deshalb beschränkt sich dieses Kompendium auf die verbreitetsten Sprachen der Königreiche.

Sprachen und Kulturen, Sprachen und Rassen

Während einige der Rassen des Kontinentes inhärent eine Sprache sprechen, so zum Beispiel Zwerge oder Goblinoide, so ist diese in vielen Fällen zweitrangig – zumindest seit der sogenannten Zivilisation der Mitte. Während in allen Regionen der Königreiche die Gemeinsprache gesprochen wird, hat jede Nation oder Kultur eine eigene Sprache, die rechtlich und oft auch kulturell über den jeweiligen Rassensprachen steht. Das ist aber nicht in allen Beispielen der Fall.

Die Sprachen der Kulturen

Die Gemeinsprache hat sich um das Jahr 450 etabliert, also rund 100 Jahre nach dem Aufstieg der solischen Kultur. Sie hat sich in den letzten 2500 Jahren stark verändert, vor allem, weil die Gemeinsprache ironischerweise lange Zeit keine einheitliche Grammatik und Rechtschreibung besass. Seit den grossen Reformen vor rund 500 Jahren hat sich die Gemeinsprache aber beruhigt und ist zur meistgesprochenen Sprache der Welt geworden.

Orontisch ist die Landessprache in Orontës – wird aber dennoch seltener gesprochen, als die Gemeinsprache. in akademischen und noblen Kreisen gehört Orontisch aber zum guten Ton – als Demonstration des Stolzes auf die eigene Kultur. Der durchschnittliche Orontesier spricht meistens rudimentär Orontisch – vor allem, weil zum Beispiel Schilder, Regierungsdokumente und kulturelle Anlässe zweisprachig gehalten – oder zumindest angeschrieben werden. Die Oberschicht von Orontës kämpft seit wenigen Jahren vermehrt für eine Durchsetzung des Orontischen gegenüber der Gemeinsprache. In ländlichen Gebieten weit weg von grossen Städten sprechen Menschen vermehrt eine simplifizierte Version des Orontischen, primär weil in diesen Gegenden das Geld fehlt, um die Kinder in die Schulen zu schicken.

Alt-Orontisch ist eine reine Akademikersprache, deren Zweck vor allem das Verständnis antiker orontischer Artefakte, Literatur und Dokumente ist. Zu Beginn der neueren Geschichte hatte Alt-Orontisch auch eine zentrale religiöse Funktion. Alt-Orontisch wurde nach einer Sprachreform zur Popularisierung der orontischen Sprache gegenüber der Gemeinsprache zu einer Randerscheinung. Unterscheidet sich zur jetztigen Sprachform vor allem in einer komplexeren Syntax, einem variableren, konzeptreichen Wortschatz und in mehreren Lautverschiebungen. Zudem kennt das Alt-Orontische mehr als nur die üblichen drei Geni.

Alt-Sol wird heute in Sol nur noch als magische respektive religiöse Sprache gebraucht. Die Sprache wird heute als direkter Draht zu Sol verstanden. Wird seit etwa dem Jahr 500 nur noch in wenigen akademischen Studiengängen gelehrt und hat keine Funktion mehr im Alltag, jenseits von wenigen Segenssprüchen und ähnlichem. Das Lehren von Alt-Sol wird regierungstechnisch unterbunden, weil die Regierung Tyr Yr Hols im Jahr 400 die Germeinsprache auf Basis von Alt-Sol erfunden hat und es sich zum Ziel gemacht hat, diese auf der Welt zu verbreiten.

Kahju bedeutet wörtlich übersetzt «Sprache des Feuers». Der Name bezieht sich damit auch auf das Land, das ebenfalls Kahju heisst. Wer das Land Kahju verstehen will, «muss die Sprache des Feuers sprechen, denn alles, was in Kahju passiert, ist die Sprache des Feuers». Kahju ist eine fliessende, von Zischlauten sowie den Vokalen A und O dominierte Sprache, mit der sich – sofern man es lernt, und das tut man nur an den Magierakademien – Feuerelementare kontrollieren lassen. Kahju basiert überwiegend auf Gleichnissen, die man nur versteht, wenn man mit Kahju aufwächst oder es in den grossen Eishöhlen lernt. Dort sind im ewigen Eis Bilder und Schriftzeichen eingelassen, die eine magische Kraft haben und damit das Verständnis fördern. Versuche, die Bilder und Schriftzeichen zu extrapolieren sind immer gescheitert und Linguisten auf der ganzen Welt pilgern regelmässig zum Studium dieser einzigartigen Sprache nach Hiillos und Tukha, der Hauptstadt von Kahju in deren Mitte sich die Eishöhlen befinden.

Laiki ist die Sprache von Kremó Laïki. Es ist die simple, ursprüngliche Sprache des Klippenvolkes ganz im Westen. Im Norden von Kremó Laïki wird ausserdem Telmà gesprochen, eine etwas weichere Dialektvariante von Laiki, die jedem Laikisprecher aber mehr oder minder verständlich ist. In den Gebieten, in denen Telmà gesprochen wird, ist die Dichte an Kennern der Gemeinsprache eher tief. Laiki kennt nur einen Genus und nur eine syntaktische Struktur. Deshalb gab es besonders zwischen Orontës und Kremó Laïki immer wieder Spannungen, da sich Orontës als kulturell überlegen betrachtet (und Laiki immer wieder eine Nähe zum Orkischen und Trollischen unterstellte) – obwohl die simplistische Dichtung der Laiki auf der ganzen Welt enormen Anklang findet. Eine der populärsten Bardenschulen der Welt lehrt Laiki. Besonders darum, weil Laiki durch die Geschichte kaum Veränderungen durchgemacht hat und selbst Dokumente – obwohl es wenige sind – vor der Zeit der Königreiche des Sonnenlichts noch einfach verständlich sind. Davon erhofft sich die Bardengesellschaft Kremó, dass ihre Lieder noch lange verstanden und gesungen werden.

Die Caradhran-Dialekte sind eine eine Sprachgruppe die auf den Ostinseln, also den Inselstaaten von Thuvan gesprochen wird. Die Sprache hat nach heutigem Kenntnisstand kaum eine kulturelle Bedeutung jenseits der Ostinseln, wird aber von Linguisten gerne studiert, weil es die einzige Sprache der Welt ist, die das Verb sowohl ans Subjekt als auch ans Objekt anpassen. Es wird vermutet, die Sprache habe sich aus dem Elfischen entwickelt.

Isäà ist eine kürzlich von religiösen Forschern entdeckte Sprache im Zuge archäologisch-theologischer Untersuchungen. Bisher stützt sich die Sprache nur auf wenige Dokumente – Experten vermuten zwischen 12 und 18 Schriftrollen – einige Texte lassen jedoch darauf schliessen, dass die Sprache etwas mit dem Gott Isäà zu tun hat. Das ist aber eine heftig umstrittene These, dennoch wurde sie vorerst nach ihm benannt.

Die Sprachen der Rassen

Abyssisch ist die Sprache böser Aussenseiter und Dämonen.
Aklo ist die Sprache von andersweltlichen Monstern, bösen Feen und so weiter.
Aquatisch ist – selbsterklärend – die Sprache der Meervölker und Wasserkreaturen.
Auranisch wird von fliegenden respektive Luftkreaturen gesprochen.
Celestisch ist die Sprache der Engel und ähnlicher Kreaturen.
Drakonisch wird von Reptiloiden und Drachen gesprochen.
Druidisch ist die geheime Sprache der Druidenorden der Wälder Dàls.
Zwergisch ist die uralte Sprache, die vor allem in Môr Carchàdun gesporchen wird und noch einige Sprecher in den Himmelsbergen kennt.
Elfisch ist die Sprache der Reiche Dàls, Caltharien im Besonderen. Sie wird vor allem von Elfen gesprochen.
Halblingszunge nennen Halblinge ihre Dialektvariante der Gemeinsprache. Alt-Halbling ist ausgestorben und wird nicht mehr gesprochen, geschrieben oder gelehrt.
Infernalisch ist die Sprache von Teufeln.
Orkisch, Trollisch, Goblin und Gnollisch sind die verwandten Sprachen jener Kreaturen.
Sylvanisch ist die Sprache von Einhörnern, magischen Waldkreaturen, Feen und Pflanzen.

Theoretische Sprachen
Die Gemeinsprache des Unterreichs ist eine theoretisch existierende Sprache, die von Kryptolinguisten tief unter der Erde vermutet wird, als Gegenstück zur – theologisch gesehen – von Sol erschaffenen Gemeinsprache ist die Sprache des Unterreichs das Werk von Woeyca. Oft als Ammenmärchen abgetan, da es bisher nur wenige Indizien auf eine solche Sprache gibt. Drow, Duergar, Morlocks und ähnliche Kreaturen gelten als ausgestorben – zumindest hat man nichts mehr von ihnen gehört seit Hunderten von Jahren.

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Die Chroniken des Sonnenlichts TeoLolstoy